Rücknahme & Gewährleistung beim privaten Autoverkauf

Ihre Rechte als Käufer

Da haben Sie ein schönes Auto im Internet gefunden und nach kurzer Besichtigung privat gekauft. Doch schon kurz nach der Anmeldung zeigen sich schwere Mängel. Das Auto zieht nach einer Seite, es treten ungewöhnliche Geräusche auf oder der Motor wird heiß. Das ist für sie doppelt ärgerlich. Um es kurz zu sagen: Sie haben kein Recht auf Gewährleistung beim privaten Autoverkauf. Was Sie in diesem Fall trotzdem tun können, das haben wir für Sie in diesem Artikel zusammen gefasst.

Unterschied gewerblicher oder privater Autoverkauf

Bei einem gewerblichen Autoverkauf hat der Käufer grundsätzliche einen höheren Anspruch auf Gewährleistung, Nachbesserung oder Rücknahme. Deshalb sind Autos vom Händler meistens 20 – 30% teurer als von privater Hand. Jedoch gilt diese Gewährleistung nicht uneingeschränkt. Mängel, die beim Kauf offensichtlich waren und auch schriftlich im Vertrag festgehalten wurden, braucht auch der Händler nicht mehr nachbessern. Wenn Sie also einen ausgebrannten Unfallwagen vom Händler kaufen, können Sie sich danach nicht auf die Gewährleistung berufen und ein vollständig instandgesetztes Auto verlangen. Das gilt auch für Mängel, die nicht von außen sichtbar sind, einschließlich Verschleißmängel. Typische Defekte dieser Art sind folgende:

  • verschlissene Kupplung
  • abgefahrene Reifen
  • abgelaufene Hauptuntersuchung
  • verschlissene Bremsen
  • Motorschäden.

Gewährleistung beim privaten Autoverkauf

Die Gewährleistung ist beim privaten Autoverkauf etwas schwieriger, jedoch nicht ganz ausgeschlossen. Besonders ungünstig sind Autoverkäufe ohne schriftlichen Kaufvertrag. In diesem Fall gilt “Gekauft wie gesehen”. Als Käufer hat man kein Recht mehr auf Nachbesserung, da man nicht nachweisen kann, dass die Mängel beim Kauf nicht bekannt waren. Kaufen Sie deshalb ein Fahrzeug immer mit vollständigem, rechtsgültigem Kaufvertrag. Treten nach einem korrekt durchgeführten Autokauf Mängel auf, die nicht im Vertrag aufgelistet sind, sollte der nächste Weg zum Gutachter gehen. Dieser kann feststellen, ob es sich dabei um einen “verschwiegenen Mangel” handelt.

Was tun beim “verschwiegenem Mangel”

Der Vorwurf, ein Auto mit “verschwiegenem Mangel” verkauft zu haben ist sehr schwer. Es handelt sich dabei um einen echten Betrugsversuch, der auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Kaschierte Unfallschäden zählen besonders häufig zu diesen versteckten bzw. verschwiegenen Mängeln. Diese können sich erst nach einiger Zeit zeigen. Wenn beispielsweise das Auto trotz korrekt eingestellter Spur immer nach einer Seite zieht, kann das auf einen Rahmenschaden hindeuten. Ein Gutachter kann in diesem Fall nach Schweiß- und Richtspuren, sowie gespachtelten und überlackierten Stellen suchen.
Mit dem rechtssicheren Gutachten von einem zertifizierten Sachverständigen in der Hand werden die meisten Verkäufer dann der Rückabwicklung zustimmen. Die Folgen können sonst unabsehbar werden.

Wenn der Verkäufer in diesem Fall nicht schnelle Einsicht zeigt, kann in der nächsten Eskalationsstufe ein Anwalt beauftragt werden. Dieser klärt in einem Schreiben an den Verkäufer die Rechtslage. Erst danach sollte die Anzeige erfolgen. So sparen Sie sich viel Zeit, Geld und Nerven.