Probefahrt-Vertrag für Autos: Darum ist diese Absicherung sinnvoll

Eine Probefahrt soll ein Vergnügen sein, das zum Verkauf führt. Mit der richtigen Absicherung ist auch ein Schadensfall kein unlösbares Problem.

Das sollte im Probefahrt-Vertrag stehen

Wer ein neues bzw. gebrauchtes Auto kauft, möchte es vorher auf Herz und Nieren prüfen. Das geht am besten mit einer Probefahrt, um die Fahreigenschaften und den Komfort kennenzulernen sowie etwaige Mängel auszuschließen. Statistisch gesehen kommt es alle 15 Sekunden zu einem Unfall, das Risiko fährt auch bei einer Testfahrt mit. Insofern ist ein Probefahrt-Vertrag eine sinnvolle Vorbereitung auf einen nicht auszuschließenden Unfall. Daraus geht klar hervor, wer wofür haften muss.

Was ist ein Probefahrt-Vertrag?

Hierbei handelt es sich um eine schriftliche Vereinbarung für eine Auto-Probefahrt, aus der die Haftungsverhältnisse im Falle eines Unfalls hervorgehen. Durch die Unterschrift unter dem Vertrag ist geregelt, wer im Schadensfall haftet bzw. welche Versicherungen einspringen. Der Vertrag kann weitere Vereinbarungen enthalten, um die Haftungsverhältnisse zu präzisieren. Beim gewerblichen Autokauf ist dieses Dokument gang und gäbe. Privatverkäufer sollten aus Gründen der Rechtssicherheit nicht auf dieses sinnvolle Dokument verzichten.

Wer haftet für Schäden bei der Probefahrt?

Wie genau die Haftung aussieht, sollte der Probefahrt-Vertrag mit belastbaren Haftungsvereinbarungen regeln. Ist das Fahrzeug angemeldet und versichert, kann eine Vollkaskoversicherung für eventuelle Schäden am Fahrzeug aufkommen (Probefahrten müssen dann aber mitversichert sein, die Police ist entsprechend zu prüfen). Beim Privatkauf kann der Probefahrer für Schäden haften, die er verursacht hat. Soweit diese durch eine Kfz-Versicherung abgedeckt sind, beschränkt sich die Haftung auf die vertragliche Selbstbeteiligung und den Rückstufungsschaden (Höherstufung durch Verlust der Schadenfreiheitsklasse). Üblich ist in einem Probefahrt-Vertrag die Freistellung des Halters mit Blick auf Ansprüche, die aus der Verletzung von Verkehrsregeln entstehen (z. B. Bußgeld wegen überhöhter Geschwindigkeit). Bevor Sie eine Probefahrt antreten oder Ihr Fahrzeug zur Verfügung stellen, sollten Sie mit einem Vertrag Klarheit über die Haftung im Falle eines Unfalls schaffen. Ein Probefahrt-Vertrag ist somit in beidseitigem Interesse von Vorteil!

Was muss im Vertrag für eine Probefahrt stehen?

Mit Haftungsvereinbarungen haben wir das wichtigste Element bereits skizziert. Aus dem Probefahrt-Vertrag muss hervorgehen, welche Versicherungen für das Fahrzeug bestehen. Es versteht sich von selbst, dass Daten des Halters, Fahrers und zum Fahrzeug ebenfalls im Vertrag aufgenommen werden müssen. Der Zweck der Probefahrt und eine zeitliche Begrenzung sollten ebenfalls festgehalten werden. Üblich ist es auch, eine Kaution bzw. Sicherheit für den Fahrzeughalter zu vereinbaren. In der Praxis handelt es sich hierbei meistens um den Personalausweis, um einen nicht auszuschließenden Diebstahl zu verhindern. Auch für dieses Szenario sollten Halter ihren Versicherungsumfang prüfen. Schadenersatz für Diebstahl leistet nur eine Kaskoversicherung, die Haftpflicht alleine reicht nicht.

Professionelle Vorlagen für einen Probefahrt-Vertrag nutzen

Für beide Seiten (Verkäufer und Kaufinteressent) bietet ein Probefahrt-Vertrag wünschenswerte Rechtssicherheit. Natürlich möchte niemand über einen Schadensfall nachdenken. Für den Ernstfall sind beide Parteien mit diesem Dokument aber optimal gerüstet. Sie können Vorlagen (z. B. vom ADAC) nutzen, um auf einen praxiserprobten Probefahrt-Vertrag zurückzugreifen. Schon vor der eigentlichen Probefahrt sollten sich beide Seiten darauf verständigen, dass ein solcher Vertrag abgeschlossen wird.