Gebraucht- oder Neuwagen kaufen

Einen Gebraucht- oder einen Neuwagen kaufen: Was ist sinnvoller? Beim Kauf eines Neuwagens punktet die Garantie, bei einem Gebrauchtwagen erhalten Sie mehr Auto für Ihr Geld. Ein Neuwagen verliert schnell an Wert, bei einem Gebrauchtwagen können teure Reparaturen anstehen. Die Entscheidung ist aber nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine Typfrage: Welches Auto passt zu wem?

Für viele ist die Garantie das wichtigste Argument für einen Neuwagen-Kauf. Zum einen rechnen sie nicht damit, dass es bei einem neuen Fahrzeug überhaupt zu Probleme kommt. Und passiert es doch, ist der Hersteller für diese zuständig.

Für einen Neuwagen muss man bekanntlich mehr Geld in die Hand nehmen als für ein gebrauchtes Modell. Gerade in den ersten Jahren verliert das Auto an Wert, egal, wie wenig es fährt und wie gut es gepflegt wird. Überzeugte Neuwagen-Käufer finden, dass es sich trotzdem lohnt. Sie wollen als Erstes in dem neuen Fahrzeug sitzen und den Neuwagen-Geruch genießen. Dafür warten sie notfalls auch auf die Ausführung in ihrer Lieblingsfarbe und mit der gewünschten Ausstattung.

Gebrauchtwagen: Mehr Auto fürs Geld

Andere haben die Wahl nicht – beispielsweise wenn die finanziellen Mittel für den Kauf eines Neufahrzeugs, das ihrem Bedarf entspricht, nicht ausreichen. Auf dem Gebrauchtmarkt lassen sich auch große Fahrzeuge günstig erwerben. Wie gut das Schnäppchen wirklich war, zeigt sich spätestens nach ein paar Wochen: Je älter das Fahrzeug, desto höher ist meist der Verbrauch, vielleicht ist schon die erste Reparatur angefallen und dann zahlt man auch noch höhere Kfz-Steuern als bei einem kleineren Neuwagen.

Der Kaufpreis sagt also noch nichts darüber aus, ob das Auto auch auf Dauer wirtschaftlich ist. Die Spanne der “Gebrauchten” reicht allerdings vom Jahreswagen bis zum 30 Jahre alten Museumsfahrzeug. Ein Auto, das erst wenige Jahre alt und nicht auffällig viele Kilometer gefahren ist, unterscheidet sich im Unterhalt und Komfort kaum von einem neuen, ist aber wesentlich günstiger zu haben. So können auch Markenträume wahr werden, die sich im nagelneuen Zustand nicht bezahlen lassen. Es ist allerdings in jedem Fall ratsam, die erwarteten Folgekosten vorher zu überschlagen und sich nicht von einem günstigen Preis blenden zu lassen.

Umweltbilanz: Nicht so eindeutig, wie es scheint

Neue Fahrzeuge sind in der Regel sparsamer im Verbrauch, was gut für die Umwelt und gut für den Geldbeutel des Käufers ist. Der Kauf eines neuen Autos ist jedoch keine umweltfreundliche Tat an sich. Schließlich wurden für den Bau auch Rohstoffe und Energie verbraucht. Ein Gebrauchtwagen mit Euro-6-Norm ist bereits vergleichsweise sauber, darf auch in den Umweltzonen fahren, kann noch nützliche Dienste leisten und die Umweltkosten seiner Herstellung “abarbeiten”. Abzuraten ist von Fahrzeugen, die so alt sind und deren Ausstoß so hoch ist, dass sie nicht einmal die grüne Feinstaubplakette bekommen. Ein weiterer Vorteil von Gebrauchtwagen besteht außerdem darin, dass es inzwischen reichlich Erfahrungswerte zu den einzelnen Modellen gibt. Wer wissen will, wie sich das Fahrzeug in der Praxis bewährt hat, braucht dazu nur etwas Internetrecherche.

Ob man besser einen Gebraucht- oder Neuwagen kaufen sollte, ist also eine Frage, die sich so einfach nicht beantworten lässt. Die wirtschaftlichste Lösung ist in den meisten Fällen ein noch relativ neuer Gebrauchter. Aber das Auto ist eben oft mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Fragen Sie mal die Oldtimerfreunde!